+++Im Fokus+++
Zwei Tage „Homeschooling“ in Sachsen sind um und die Social-Media-Welt auf 180.
Ob Twitter oder Facebook, die Elternschaft ist überhaupt nicht darüber amüsiert, dass nix los ist mit der digitalen Lernplattform LernSax. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Denn gleich am Montagmorgen war das System „down“, Einloggen war vielerorts in Sachsen überhaupt nicht möglich und dann kam die Warnung des Sächsischen Kultusministeriums per Twitter, es sei einem Hackerangriff zum Opfer gefallen.
Natürlich ist das keine feine Sache, dementsprechend gab es viele kritische und sogar spöttische Kommentare, das der Totalausfall kein Hackerangriff sei, sondern auf das „Verschlafen“ von Möglichkeiten seit dem ersten Lockdown zurückzuführen ist.
Inzwischen ist bekannt, dass es sich um einen DDoS-Angriff auf eine überregionale Lernplattform in Baden-Württemberg handelte und das Rechenzentrum in Karlsruhe attackiert wurde.

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Facebook

 

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Facebook

 

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Facebook

 

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Facebook

 

 

 

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Facebook
Recherche: Schubert Medien, Quelle: Twitter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Twitter

 

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Twitter

 

 

 

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Twitter

Im sozialen Netzwerk Twitter sind unter dem Hashtag #lernsax zahlreiche Comments zu finden.
Meistens sind die eifrigen Posting-Schreiber Erwachsene – vom Lehrpersonal, über die Elternschaft bis hin zur Schulbegleitung.
Auffallend wenig Schüler äußerten sich bisher zu dem Thema, dafür gibt es dann wohl eher die privaten WhatsApp-Gruppen.
Doch wie siehts nun eigentlich aus mit dem Thema „Was wurde seit dem Frühjar getan, damit LernSax im Falle eines landesweiten Lockdowns stabil läuft?“
Die Antwort von Dr. Susann Meerheim, Referentin beim Sächsischen Kultusministerium, lautete so:

„Wir haben die Kapazitäten im Sommer hochgefahren. Die Kapazitäten sind auch nicht das Problem gewesen. Wir müssen nun ein zusätzliches Sicherheitssystem aufbauen“

und weiter:

„Wir haben die Kapazitäten von LernSax deutlich ausgebaut und arbeiten kontinuierlich an der Benutzerfreundlichkeit. Hier fordern wir auch die Schulen auf, uns zu melden, wo noch Nachholbedarf besteht.“

Frau Dr. Meerheim weist in ihrer Anwort auch auf die Zahlen von LernSax hin:
„Die Zahlen von LernSax zeigen, welchen Quantensprung die Schulen hingelegt haben. So hat sich zum Beispiel die Nutzerzahl der Lernplattform „LernSax“ verfünffacht: jetzt 1.500 Schulen (fast alle) mit bis zu 500.000 Nutzern. Anfang des Jahres 2020 waren es 100.000 Nutzer.“

„Im Übrigen haben wir LernSax-Fortbildungen nicht nur für Lehrer, sondern auch für Eltern. Eltern spielen beim Lernen von zu Hause eine wichtige Rolle: Sie motivieren und helfen beim Aufgaben herunterladen oder mit einer E-Mail an die Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer“

so Dr. Meerheim schriftlich.
Eine weitere Kommunikationsmöglichkeit, die für die Schulen geschaffen wurde, sei der digitale Schreibtisch: Schullogin.
Hier fänden die Schulen mit einem unkomplizierten Zugang auf einen Blick alle digitalen Werkzeuge, die für den digitalen Unterricht gebraucht werden wie LernSaX, Videokonferenz BigBlueButton, MeSax oder OPAL, so die Referentin des SMK.
Dr. Meerheim weiter:

„Wir füttern MeSax (Mediathek) kontinuierlich mit Bildungsinhalten. Zudem haben wir Zugänge für Sofatutor erworben – für vorübergehende Schulschließungen. Die Online-Lernplattform Sofatutor bietet Zugang zu rund 11.000 Lernvideos, 43.000 interaktiven Übungen und 38.000 Arbeitsblättern von der Grundschule bis zum Abschluss.“

Auch in der Lehrerfortbildung sei Sachsen fit.
Dr. Meerheim:

„Durch Corona haben wir den Katalog an Fortbildungsmöglichkeiten noch einmal deutlich erweitert, vor allem in den Bereichen Mediendidaktik, Medienbildung und Digitalisierung.
Wir wollen auch Pädagogen, die hier ganz am Anfang stehen, niederschwellig an digitale Medien heranführen. Corona hat auch den Lehrern gezeigt, dass die Digitalisierung nicht nur zusätzliche Arbeit für sie bedeutet, sondern auch einen Nutzen, was zum Beispiel Arbeitsorganisation betrifft, hat. Gerade an weiterführenden Schulen, wo es darum geht, die Schüler im eigenständigen Lernen zu bestärken, kann die Digitalisierung enorme Hilfe leisten.“

Doch trotz der umfassenden Antwort ist die Frage nach dem Aufstocken von Kapazitäten noch nicht so zufriedenstellend geklärt.
Immerhin war es mittlerweile zwei Tage lang nicht möglich, LernSax adäquat zu nutzen, von der Benutzerfreundlichkeit für Kinder mal ganz abgesehen.
Die digitale Lernplattform ist konzipiert für alle Formen von Schulen, von der Förderschule bis zum Gymnasium.
Es soll der Kommunikation zwischen Schülern, teilweise Eltern und Lehrer:innen dienen.
Ist denn eigentlich Sachsens Lehrerschaft fit im digitalen Bereich, Frau Dr. Meerheim?

„Wir müssen realistisch sein. Es wird und muss auch nicht gelingen, die gesamte Lehrerschaft digital fit zu machen. Es sollte eine gesunde Mischung geben, die Raum lässt für verschiedene digitale Kompetenzgrade.“

Unterstützung beim Aufbau für den digitalen Unterricht erhielten Schulen laut SMK unter anderem auch von den 13 Medienpädagogischen Zentren,- kommunale Einrichtungen der kreisfreien Städte und Landkreise zur Unterstützung von Medienbildung und Digitalisierung an Schulen im Standortgebiet
Verlinkt sehe ich momentan allerdings nur neun.
Für den Landkreis Leipzig beispielsweise ist so ein Zentrum auf der Seite nicht angegeben.
Das SMK jedenfalls zeigt sich zuversichtlich: Sachsens Schulen seien auf dem Weg in die digitale Welt.

Recherche: Schubert Medien, Quelle: Twitter

Ich drücke die Daumen mit. Hoffen wir, das hilft.

Redaktion / Recherche Schubert Medien

 

 

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