Zeitumstellung am Sonntag: Eine Stunde länger schlafen

Landkreis.
Diesen Sonntag, den 25.10.2020, um 3:00 Uhr nachts ist es wieder einmal soweit!
Die Uhr wird um 1 Stunde zurückgestellt, „die Nacht ist also 1 Stunde länger“.
Wir verlassen die Sommerzeit und wechseln in die Normalzeit (Winterzeit).
In Deutschland wurde die jetzt gültige Zeitumstellung von der Normalzeit – oder wie von vielen bezeichnet „Winterzeit“ – auf die Sommerzeit im Jahr 1980 eingeführt.
Mit der Regelung sollte durch eine bessere Nutzung des Tageslichts Energie gespart werden.
Laut Erkenntnissen des Bundesumweltamtes jedoch wird während der Sommerzeit zwar abends elektrisches Licht gespart, jedoch wird dann morgens mehr geheizt, besonders in den kalten Monaten (März, April und Oktober). Insgesamt steigt der Energieverbrauch dadurch an.
Abgeschafft wird die Zeitumstellung vorerst jedoch offenbar nicht, obwohl das im Gespräch war:
2019 hatte sich das Europäische Parlament dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung in allen EU-Ländern abzuschaffen.
Vorausgegangen war 2018 eine öffentliche Befragung der Kommission, in der die Mehrheit der Teilnehmer für eine Abschaffung der Umstellung stimmte.
Die deutsche Bundesregierung teilte dazu mit, es fehle noch eine europaweite Folgenabschätzung.
Generell ist außerdem ein Beschluss der EU-Mitgliedstaaten nötig.
Diese müssten sich bis 2021 festlegen, ob sie eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit einführen wollen, was bisher nicht passiert ist.
Fest steht, dass der Wechsel den Alltag bei vielen Familien kräftig durcheinander wirbelt.
Kinder und Eltern müssen sich wieder an neue Schlafens- und Aufstehzeiten gewöhnen.
Kein Wunder, dass dann in manchen Familien Stress beim Zubettgehen oder am Frühstückstisch vorprogrammiert ist.
Dass vor allem Kinder mit der Umstellung Probleme haben, bestätigen zwei forsa-Umfragen im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse.
Demnach beobachtete im vergangenen Jahr mehr als jede zweite Mutter negative Auswirkungen bei ihren Kindern unter zwölf Jahren: 57 Prozent von ihnen äußerten Einschlafprobleme ihrer Kinder.
46 Prozent sagten, dass der Nachwuchs nur schwer aus den Federn komme, und 35 Prozent empfanden ihre Kinder tagsüber als gereizter oder müder als gewöhnlich.
Doch nicht nur auf den kindlichen Organismus hat die Zeitumstellung Auswirkungen.
Auch der Biorhythmus von manch Erwachsenem gerät durcheinander, vor allem bei Frauen.
Im vergangenen Jahr berichtete knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass sich der Dreh an der Uhr bei ihnen spürbar bemerkbar mache, sei es durch Müdigkeit (30 Prozent) oder Gereiztheit (21 Prozent). Einige der Befragten berichteten auch von Ein- oder Durchschlafproblemen.
Die Betroffenen dürften deshalb häufiger zur Fernbedienung oder zum Handy greifen.
Denn durch Fernsehprogramme zappen, mit dem Handy daddeln oder in einem Buch lesen – das sind laut der Umfrage für die Mehrheit die besten Strategien, sich bei Schlafproblemen abzulenken.
Ob 2021 die Zeitumstellung nun wie geplant abgeschafft wird, bleibt abzuwarten.
Bis dahin gilt: Wecker umstellen – und eine Stunde mehr Schlaf genießen.

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