Bis 2025 fehlen deutschlandweit 26.300 Absolvent/-innen für Grundschullehramt

Schon gewusst?
Lehrermangel ist das dringendste Problem an deutschen Schulen.
Besonders Grundschulen suchen aktuell nach Lehrkräften. Oftmals wird der Gehaltsunterschied zwischen weiterführenden Schulen und Grundschulen als ein Grund für den Mangel genannt. sofatutor.com hat das Einstiegsgehalt von Grundschul- und Gymnasiallehrkräften und den Bedarf an Grundschullehrkräften für das Schuljahr 2019/20 in den 16 Bundesländern verglichen und in einer Infografik aufbereitet.

Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung werden im Jahr 2025 26.300 Absolvent/-innen für das Grundschullehramt fehlen. Bei einer gleichzeitig steigenden Zahl an Schulkindern stellt diese Prognose ein großes Problem für das deutsche Schulwesen dar. Die Gründe für den Lehrermangel an Grundschulen sind kaum anhand eines einzigen Faktors festzumachen. In der Diskussion um die Zukunft des Lehrerberufs wird vermehrt die ungleiche Besoldung von Gymnasial- und Grundschullehrkräften ein entscheidender Faktor für die Studien- und Schulwahl genannt. In den meisten Bundesländern verdienen Lehrer/-innen an Gymnasien mehr als ihre Kolleg/-innen an den Grundschulen. Dies wird oft mit der längeren Studienzeit im Gymnasiallehramt (meist zwei Semester länger) gerechtfertigt.

Das Einstiegsgehalt von Grundschullehrkräften entspricht im Schuljahr 2019/20 im bundesweiten Durchschnitt 89,8 Prozent des Einstiegsgehalts von Lehrer/-innen am Gymnasium, was im Monat einen Gehaltsunterschied von 423 EUR (Brutto) ausmacht. In Berlin, Brandenburg und Sachsen werden Grundschul- und Gymnasiallehrkräfte seit 2019 gleich vergütet. Im Bundesland Sachsen ist diese Gehaltsanpassung Teil eines Handlungsprogramms, um mitunter den Lehrermangel zu beheben. Mecklenburg-Vorpommern und Bremen führen die Anhebung der Grundschulgehälter schrittweise ein.

Für Brandenburg und Sachsen ist zu beobachten, dass die gute und zudem gleichberechtigte Vergütung von Lehrkräften mit einer Besetzungsquote von 100 Prozent bzw. 93,7 Prozent korreliert. Während Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz im Bundesländervergleich eine verhältnismäßig geringe Vergütung anbieten, konnten beide Bundesländer alle ausgeschriebenen Grundschulstellen besetzen. Nordrhein-Westfalen bildet im Schuljahr 2019/20 trotz guter Vergütung im Bundesländervergleich mit einer Besetzungsquote von 54,6 Prozent den letzten Platz.

Wo ist das Einstiegsgehalt von Grundschullehrkräften am höchsten?
1. Berlin: 5.458,94 EUR (E13/Stufe 5)
2. Sachsen: 4.069,73 EUR (A13/Stufe 3)
3. Brandenburg: 4.060,07 EUR (A13/Stufe 4)
4. Hamburg: 3.725,43 EUR (A12/Stufe 1)
5. Nordrhein-Westfalen: 3.654,32 EUR (A12/Stufe 4)
6. Bayern: 3.633,24 EUR (A12/Stufe 3)
7. Niedersachsen: 3.606,56 EUR (A12/Stufe 4)
8. Schleswig-Holstein: 3.595,35 EUR (A12/Stufe 4)
9. Bremen: 3.593,75 EUR (A12/Stufe 4)
10. Thüringen: 3.467,36 EUR (A12/Stufe 3)
11. Sachsen-Anhalt: 3.462,99 EUR (A12/Stufe 1)
12. Baden-Württemberg: 3.458,40 EUR (A12/Stufe 1)
13. Rheinland-Pfalz: 3.438,60 EUR (A12/Stufe 3)
14. Saarland: 3.396,40 EUR (A12/Stufe 3)
15. Mecklenburg-Vorpommern: 3.377,57 EUR (A12/Stufe 3)
16. Hessen: 3.373,22 EUR (A12/Stufe 1)
Deckung des Bedarfs an Grundschullehrkräften für das Schuljahr
2019/20
1. Bayern: 100 %
1. Brandenburg: 100 %
1. Rheinland-Pfalz: 100 %
2. Mecklenburg-Vorpommern: 99,5 %
3. Niedersachsen: 98,8 %
4. Bremen: 95,5 %
5. Sachsen: 93,7 %
6. Thüringen: 84,7 %
7. Schleswig-Holstein: 83,3 %
8. Baden-Württemberg: 75,5 %
9. Nordrhein-Westfalen: 54,6 %
– Berlin
– Hamburg
– Hessen
– Saarland
– Sachsen-Anhalt

Bild: obs/sofatutor GmbH“

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