Bürgermeisterin von Machern wird in Ruhestand versetzt
Bild: Schubert Text & Medien / Rathaus Machern

Machern.
Nach Informationen des Landratsamtes Landkreis Leipzig vom Mittwoch wird die Bürgermeisterin von Machern Doreen Lieder die Tätigkeit als Bürgermeisterin nur noch bis zum Jahresende ausüben und dann in den Ruhestand versetzt.
Die bereits länger anhaltende Arbeitsunfähigkeit der Bürgermeisterin  war Grund für das Landratsamt, eine amtsärztliche Untersuchung zu veranlassen, um seiner Fürsorgepflicht und beamtenrechtlicher Verantwortung gegenüber der Bürgermeisterin nachzukommen.
Landrat Henry Graichen dankte der Bürgermeisterin für ihr Engagement (insbesondere die Hochwassersituation 2013 war eine große Herausforderung) und wünschte ihr für die Zukunft alles Gute.
Die Aufregung um die junge Bürgermeisterin riss nie wirklich ab.
Seitdem Doreen Lieder 2013 mit 67 % der Stimmen in die Bürgermeister-Position gewählt wurde, gab es immer wieder interne Konflikte in Verwaltung und Gemeinderat.
So wurde von Seiten der Bürgermeisterin als auch verschiedener Verwaltungsmitarbeiter beklagt, dass gegenseitiges Mobbing bis hin zu hohen Krankheitsständen einiger Verwaltungsangestellter eine Zusammenarbeit unmöglich mache.
In Machern munkelte man hinter vorgehaltener Hand derweil, Frau Lieder habe mit ihrem Vorstoß in die „Gartenstadt-Problematik“ des Ortes sprichwörtlich in ein Wespennest gestochen.
Denn 2015 wurden den Eigenheimbesitzern der Gartenstadt in Machern Pachtverträge gekündigt, die viele zu dem erworbenen Bauland hinzu gepachtet hatten. Ohne diese Pachtverträge hätten sie damals gar nicht gebaut, sagten wütende Bürger bei einer öffentlichen Gemeinderatssitzung 2015.
Kein Wunder: Die Bauflächen hatten gerade mal so Platz für das geplante Häuschen.
Die gepachteten Flächen waren jedoch laut bestätigtem Bebauungsplan Grünland und hätten von der Gartenstadt Machern Liegenschaftsgesellschaft mbH, einem kommunalen Tochterunternehmen, zur Bauzeit nie verpachtet werden dürfen.
Das machte die Bürgermeisterin den wütenden Eigenheimbesitzerin 2015 klar und zog deren Zorn auf sich.
Bei der Gartenstadt II dagegen handelt es sich um ein Wohnbauprojekt, was bereits seit 1997 immer mal wieder in Planung war, dann jedoch wieder ad acta gelegt wurde.
Denn die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse stellten beim Verkauf ein großes Problem dar:
Unter anderem gehört ein großer Teil der Bauflächen der „Gerichshainer Bau- und Wohnungsgesellschaft (GBW)“ , welche ebenfalls ein kommunales Unternehmen der Gemeinde Machern ist, juristisch jedoch eine eigenständige Person.
Der Vorstand Uwe Richter (FWG) wurde erst kürzlich in seinen Funktionen durch Andrea Hesse (B`90/Grüne) ersetzt.
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Weitere Flächen, die für das Wohnbauprojekt in Frage kommen, gehören wiederum der  kommunalen „Gartenstadt Machern Liegenschaftsgesellschaft mbH“.
Weitere Grundstücke sind in Besitz privater Eigentümer, weiterhin der Wasserwerke und der evangelischen ortsansässigen Kirche.
Da kommunale Tochtergesellschaften anderen vergaberechtlichen Anforderungen als private Grundstückseigentümer oder Firmen unterliegen, war eine Umsetzung des Wohnbauprojektes bisher sehr schwierig umzusetzen.
Die „Gartenstadt Machern Liegenschaftsgesellschaft mbH“ war 2004 in die Schlagzeilen geraten, als der damalige Geschäftsführer und zugleich Bürgermeister der Gemeinde Machern, Ralf Ziermeier (CDU), öffentliche Gelder in Millionenhöhe in die eigenen Tasche gesteckt hatte.
Am 23. Februar 2020 haben die Bürger von Machern nun die Gelegenheit, eine/n neue Bürgermeister/in zu wählen.

(as)

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