Kohleausstieg betrifft bis zu 7000 Beschäftigte im Mitteldeutschen Revier

 

Landkreis Leipzig / Nordsachsen.
Der Braunkohleausstieg im Mitteldeutschen Revier wird mit guter Begleitung und intelligenter Strukturpolitik sozialverträglich gestaltbar sein.
Das ist das Ergebnis einer Kurzstudie zur Beschäftigungsstruktur im Mitteldeutschen Kohlerevier, die Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) Anfang des Jahres durchgeführt haben.
Bis zu 7.000 direkt- und indirekt in der Kohle Beschäftigte im Revier könnten laut Studie betroffen sein.
Aufgrund der Altersstruktur der Kohlebeschäftigten ist ein sozialverträglicher Beschäftigungsabbau bei den etwa 3.500 direkt in der Kohle Beschäftigten möglich.
Dieser Abbau müsse aber mit intelligenter Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik flankiert werden.
Insgesamt sei der Arbeitsmarkt in der Region durchaus aufnahmefähig.
Darüber hinaus existierten enge Pendlerverbindungen zu den Wachstumsräumen in Halle oder Leipzig. Eine Herausforderung sei es jedoch, adäquaten Job- Ersatz für die jüngeren und verbleibenden Beschäftigten zu finden: „Die Beschäftigten in der Kohleindustrie sind häufig sehr gut qualifiziert und ihre Jobs sind gut bezahlt“, erklärte Dr. Per Kropp, Hauptautor der Studie.
Zum ‚Mitteldeutschen Revier‘ gehören:
In Sachsen
– Landkreis Nordsachsen
– Stadt Leipzig
In Sachsen-Anhalt
– Landkreis Anhalt-Bitterfeld
– Saalekreis
– Stadt Halle
In Thüringen
– Landkreis Altenburger Land.
Alle genannten Kreise liegen innerhalb der Arbeitsmarktregion Leipzig, welche zusätzlich die Kreise Dessau-Roßlau und Wittenberg umfasst.
Die „Tagebaukreise“ sind in Sachsen der Landkreis Leipzig (hier liegen der Tagebau Vereinigtes Schleenhain und Teile des Tagebaus Profen) und in Sachsen-Anhalt der Burgenlandkreis (Tagebau Profen) sowie der Landkreis Mansfeld-Südharz (Tagebau Amsdorf).
Der Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt, Kay Senius, wies darauf hin, dass der Ausstieg aus der Kohleverstromung nur ein Teil eines bereits laufenden übergreifenden Strukturwandels sei.
Denn auch die Digitalisierung und der Wandel zur E-Mobilität würden Auswirkung auf die Beschäftigungsentwicklung im Land haben.
„Die Folgen der Strukturbrüche und Deindustrialisierung nach der Wende prägen das Land bis heute.
Es kommt jetzt darauf an, solche Spätfolgen für die Zukunft zu vermeiden. Das geht nur mit zielgerichteten Investitionen und einer klugen Verzahnung von Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. Auch im Hinblick auf mögliche Auswirkungen des Kohleausstiegs auf die energieintensiven Industrien in der Region, muss es darum gehen gut bezahlte Industriearbeitsplätze anzusiedeln. Die Arbeitsagenturen können vom Wandel betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Unternehmen mit einem umfangreichen Instrumentarium an Beratungs- und Qualifizierungsleistungen unterstützen“, erklärte Senius.

PM Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
des Landes Sachsen-Anhalt
(AS)

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