Aufregung um Müll am Albrechtshainer See – Jugendliche sammeln eigenen Müll wieder ein

 

Große Aufregung gab es am Wochenende über liegengelassenen Müll am Albrechtshainer See bei Brandis.
Erst kürzlich war dort in Eigeninitiative einiger Bürger sauber gemacht geworden, mit Müllsäcken bewaffnet und voller Motivation, die wunderschöne Natur im Landkreis Leipzig zu erhalten und zu pflegen.
Umso ärgerlicher war, dass Samstag am idyllischen See-Ufer wieder Plastikbecher und leere Tetra-Paks herumlagen.
Schnell schaukelte sich die Diskussion um diesen Müll in den lokalen sozialen Netzwerken so hoch, dass von „Assipack“ geredet wurde. Sogar die Forderung nach „Gründung von Bürgerwehren“ wurde laut und wer hierher käme, solle sich an Sitten und Gebräuche halten.

Was war passiert?

Ein paar Jugendliche aus der Umgebung von Beucha und Brandis hatten am Albrechtshainer See den 18. Geburtstag eines Freundes gefeiert und danach die Becher und Flaschen nicht aufgeräumt.
Seitdem vor mehr als zehn Jahren der Jugendclub in Beucha zugemacht hat, ist der Albrechtshainer See ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.
„Mein Sohn war auch mit dabei“ schilderte mir eine Mutter und fügte hinzu „Ich habe ihn gefragt, ob sie das waren.
Jennifer Gutmann aus Beucha und ihr Sohn hatten daraufhin eine Idee.

Den Jugendlichen eine zweite Chance geben

Der Freundeskreis des Sohnes wurde abtelefoniert und alle trafen sich, um gemeinsam zum Albrechtshainer See zu fahren – und aufzuräumen!
„Wir haben alle zusammen getrommelt und Sonntag, Punkt 15 Uhr standen 13 Jugendliche da, um mitzumachen. Darüber war ich sehr erfreut! Das sie den Müll wegräumen müssen, ist ja selbstverständlich, das gehört sich so“, erklärt Jennifer Gutmann, „aber man muss den Jugendlichen manchmal auch einfach eine zweite Chance geben, ehe losgeschimpft wird.“
Keiner der 13 Teenies hat die Nase gerümpft oder ein Gesicht gezogen, alle waren voll bei der Sache.
„Es hat sogar richtig Spaß gemacht, zusammen wieder Ordnung zu schaffen“ sagte die engagierte Mutter mit einem Lächeln in der Stimme.

Das nächste Mal werden die Jugendlichen von allein aufräumen, da ist sie sich sicher.
„Es ist ja nochmal gut ausgegangen, bevor die Stadt Brandis Anzeige erstattet“ meint Jennifer Gutmann erleichtert.

Die Frage nach einem Jugendclub

Dennoch fehlt den Jugendlichen in Beucha ein gemütlicher Raum mit Sofa drin oder Vergleichbarem.
In dem Alter, an der Schwelle zum Erwachsen werden, wollen die Teenies unter sich sein, mit Freunden abhängen, Spaß haben, Parties feiern. Jeder, der einmal jung war, hat diese Zeit sicher nicht vergessen!
Aber auch Sport in der Freizeit, und wenn es nur eine kleine Halfpipe zum Surfen ist, funktioniert bei den Jugendlichen nur mit einem vernünftigen Treffpunkt.
In der Hinsicht ist wohl noch viel Raum für Lösungen und Ideen, die auf die Umsetzung durch das Engagement von Einwohnern, Eltern und auch den Jugendlichen selbst warten.
/AS
Fotos/Beitragsbild: Jennifer Gutmann

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